Alltag planen nach der Klinik – Beratungs- und Unterstützungsangebote
Shownotes
• 00:19 – Intro & Thema: Alltag planen nach der Klinik • 01:44 – Gäste: Michaela Wilfa Beyer und Dieter Winkelhofer • 02:24 – Was macht ein SPDI? Niederschwellige ambulante Beratung und Begleitung • 06:14 – Aufgabe der Klinik: Entlassplanung beginnt mit dem Aufnahmetag • 08:27 – Schnittstelle Klinik–SPDI: Wie die Zusammenarbeit konkret funktioniert • 11:30 – SPDI-Sprechstunden in der Klinik und Weitervermittlung an den zuständigen Dienst • 13:31 – Welche Fragen Betroffene vor der Entlassung mitbringen • 15:17 – Case Management erklärt: sicherer Übergang in die ambulante Versorgung • 16:30 – Was passiert nach dem ersten Termin beim SPDI? • 17:35 – Möglichkeiten und Grenzen: Beratung statt Psychotherapie • 18:54 – Ängste nehmen beim Übergang: Rezepte, Anschlusstermine, medizinische Weiterbehandlung • 20:51 – Netzwerke im ambulanten Bereich: PIA, Therapeutinnen, Komplexversorgung • 22:55 – Angehörige als wichtige Stützen – und warum auch sie Beratung brauchen • 28:04 – Niederschwellig, kostenfrei, verschwiegen: Was den SPDI besonders macht • 28:59 – Veränderungen in der Psychiatrie: Flex-Behandlung, mehr Versorgung im häuslichen Umfeld • 34:41 – Wachsende Belastung der SPDIs: mehr Klientinnen, komplexere Problemlagen, Finanzierungslücken • 38:19 – Schweigepflicht in der Überleitung und in der Arbeit mit Angehörigen • 39:55 – Grenzen des Systems: Wohnen, Wohnungslosigkeit, fehlende gesetzliche Möglichkeiten • 42:26 – Ambulante Anbieter in Oberbayern und München: APPM, SPZ, Servicestelle, Wegweiser psychische Gesundheit • 48:10 – Was tun in Krisen? Netzwerkgespräche, Atriumhaus, Krisendienst • 50:32 – Fazit, Ausblick auf die nächste Folge: Kinder- und Jugendpsychiatrie
Kernaussagen (Takeaways) • Entlassplanung beginnt nicht erst am Ende, sondern mit der Aufnahme. • Der SPDI ist eine zentrale, niederschwellige Anlaufstelle für Betroffene, Angehörige und das soziale Umfeld. • Gute Übergänge brauchen Kooperation: Klinik, SPDI, Ärzt*innen, PIA und weitere Hilfen müssen zusammenspielen. • Case Management soll Brüche verhindern und den Wechsel in die ambulante Versorgung absichern. • Angehörige tragen oft viel mit und brauchen eigene Information, Entlastung und Beratung. • Ambulante Hilfen sind vielfältig, reichen von Beratung über psychiatrische Pflege bis zu Tagesstruktur, Wohnen und Krisenhilfe. • Systemgrenzen sind spürbar: vor allem bei Wohnraum, Finanzierung und der Versorgung besonders belasteter Menschen. • Trotz aller Hürden gilt: Hilfe ist da, sie ist kostenfrei erreichbar und sollte möglichst früh genutzt werden.
Transkript anzeigen
00:00:19: Willkommen bei Psyche im Quadrat.
00:00:21: Wie schön, dass Sie auch bei unserer fünften Folge wieder dabei sind!
00:00:24: Wir haben wieder ein spannendes Thema für Sie vorbereitet.
00:00:27: In unserem letzten Podcast haben wir uns mit dem Übergang aus der Klinik in den Alltag beschäftigt und wie dieser dann konkret aussehen kann.
00:00:34: Heute geht es vor allem darum was danach geschehen muss.
00:00:38: die heutige Ausgabe heißt deshalb Alltag planen nach der klinik Beratungs- und Unterstützungsangebote.
00:00:44: Mein Name ist Matthias Riedl-Rüppel und ich freue mich heute erneut, das Gespräch mit zwei sehr spannenden Personen führen zu dürfen.
00:00:50: Wer das ist, das verrate ich gleich!
00:00:52: Wir zeichnen diesen Podcast im Theater H auf dessen Intendant Ich Bin.
00:00:57: Unser Ziel ist es, über psychische Erkrankungen und verschiedene Hilfsmodelle zu informieren.
00:01:02: Deshalb kommen in diesem Podcast regelmäßig Menschen zu Wort die auf unterschiedliche Weise betroffen sind – Betroffene, die ihren Alltag bewältigen, Angehörige, die Unterstützung und Orientierung geben, Fachkräfte, die behandeln und begleiten sowie Vertreter des Bezirks Oberbayern der viele Unterstützungsangebote finanziert und organisiert.
00:01:22: Diese verschiedenen Perspektiven zusammengeführt eröffnen neue gemeinsame Wege des Verstehens und des Unterstützens.
00:01:28: Wir möchten Ihnen gemeinsam Orientierung zum Umgang mit verschiedenen Themen und Erfahrungen zur psychischen Gesundheit geben, begleiten Sie uns doch bitte auch in Zukunft auf dieser Reise!
00:01:38: Ich habe Ihnen schon gesagt dass ich heute zwei spannende Gäste hier habe.
00:01:41: wir sitzen im Bühnenhaus des kleinen Theaters.
00:01:44: mir gegenüber sitzt zum einen Frau Michaela Wilfer-Beyer aus dem KBO-Iser Amperklinikum.
00:01:50: Sie ist dort seit Jahrzehntausend neun beschäftigt und arbeitet auf einer Akutstation.
00:01:54: Zur anderen sitzt mir Dieter Winkelhofer gegenüber, er leitet den Sozialpsychiatrischen Dienst München West und ist bereits seit Neunzehntenneunzig im Geschäft sozusagen.
00:02:04: Der SPDi ist von ... ist getragen von einem Projektverein der tatsächlich neunzehnhundertdreiundsiebzig von Studierenden gegründet wurde und heute eigentlich alles anbietet was Sozialpsychatrie so ausmacht.
00:02:18: Ihr beide kennt euch schon viele Jahre, duzt euch aber erst seit unserem gemeinsamen Vorgespräch glaube ich.
00:02:24: Also sollte sich heute nochmal hier und da ein Sie einschleichen denn wissen alle warum.
00:02:31: Kurz vielleicht noch mal zum Thema.
00:02:32: der Übergang von der Klinik zurück in den Alltag ist eine kritische Phase.
00:02:37: die sozialpsychiatrischen Dienste kurz SPDI genannt haben eine zentral koordinierende Rolle.
00:02:43: Schon vor der Entlassung nehmen die SPDi in der Klinik Kontakt zu den Patienten auf.
00:02:48: Gemeinsam mit dem Klinikum Sozialdienst klären sie Fragen, welche Unterstützung zu Hause nach der Entassung so notwendig sind!
00:02:55: Zu den Aufgaben des SPDI gehört zum Beispiel Menschen dabei zu helfen, passende ärztliche oder therapeutische Unterstützung zu finden.
00:03:03: Außerdem Unterstützung der Dienste bei Anträgen auf soziale Leistungen hilft dabei, den Alltag zu Hause zu stabilisieren und ist in Krisensituationen ansprechbar.
00:03:13: In Oberbayern leisten insgesamt über vierzig SPDIs die ambulante Grundversorgung.
00:03:19: In jedem Landkreis gibt es ein SPDI – in München allein neun an der Zahl Der SPDI berät nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Angehörigen.
00:03:28: Die Beratung ist kostenfrei, der Bezirk Oberbayern finanziert die Fachpersonalstellen der SPDIs.
00:03:34: und nun sind aber euch endlich Dieter, ich fange mal heute mit dir an auch wenn es eigentlich Ladies First natürlich heißt.
00:03:42: In meiner Anmoderation habe ich schon einige Aufgaben der SPDIs umrissen.
00:03:47: Magst du die Arbeit eines SPDIs nochmal aus deiner Sicht schildern?
00:03:50: Was machst du da und was sind die wesentlichen Angebote und Aufgaben, die ihr übernehmt?
00:03:56: Naja vieles hast Du ja bereits genannt.
00:04:01: Die SPDEs sind Anlaufstellen Beratungsstellen für Menschen in Krisensituationen, für psychisch kranke Menschen.
00:04:08: Die Idee ist eine ambulante Beratung gemeindenah möglichst niederschwellig anzubieten neben dem was du ja bereits genannt hast.
00:04:18: und hier machen wir psychosoziale Beratungen.
00:04:22: das heißt wir versuchen mit den Klienten die also wir sprechen von klienten zu uns kommen gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten, zu überlegen wie kann man eine Stabilisierung erreichen.
00:04:36: Es geht zum einen eben darum auch finanzielle Probleme zu bewältigen Wohnungsprobleme im Grunde alle Lebensbereichen von der Freizeit über die Arbeit bis hin zu wohnen und dergleichen mehr.
00:04:55: da begleiten wir, da betreuen wir.
00:04:58: das kann vom einmaligen Gespräch sein, bis hin wirklich zu langjährigem Beratungs ... verläufen, also ich habe Klienten die seit zehn, seit zwanzig Jahren und noch länger bei uns sind.
00:05:11: Ist es
00:05:11: der Notwendige das jemals bevor er sich an euch wenden kann im klinischen Kontext irgendwie behandelt wurde oder ist das völlig unabhängig davon?
00:05:18: Nein,
00:05:18: das ist völlig unabehängig davon.
00:05:21: nur ein Teil unserer Klientin kommt direkt aus den Kliniken und da ist natürlich das Isamperklinikum eine Klinik.
00:05:28: aber auch die anderen Kliniker psychosomatische Klinika schicken Klientinnen zu uns.
00:05:35: genau was Mir sehr wichtig ist in der Arbeit, dass wir versuchen mit den Klienten eine Beziehung aufzubauen.
00:05:42: Eine Basis herzustellen um wirklich vertrauensvoll auch zusammenzuarbeiten eben genau an die Themen und da geht es oft meist darum was ist der Hintergrund der Erkrankungen?
00:05:54: diese Erkrankung besser zu verstehen, da machen wir natürlich Psycho-Education.
00:06:00: Dann kommen wir nachher noch mal genauer zu.
00:06:02: Ich glaube ganz wichtig ist und das haben wir auch in den letzten Podcast Folgen immer wieder gehört nämlich genau dieser eine Wort Vertrauen.
00:06:09: ich glaube dass es gerade die Basis für Menschen die mit ihrer Seele gesundheitlich zu kämpfen haben.
00:06:15: gehen wir einmal in die Klinik also sozusagen das was häufig vorgeschaltet ist Wie ist da deine Aufgabe, wie würdest du die beschreiben, Michaela?
00:06:24: Was sind die Aufgaben vor allen Dingen im Bereich der Klinik in der Vorbereitung des Übergangs vielleicht auch auf die Zeit danach.
00:06:31: Wo siehst du da die Schwerpunkte bei euch?
00:06:34: Vielleicht mal ganz grundsätzlich zu erwähnen, dass die Entlassplanung eigentlich schon mit dem Tag der Aufnahme beginnt.
00:06:43: Die Menschen kommen in die Klinikum freiwillig oder eben nicht Und je nachdem welche Ausgangssituation wir haben, unterscheidet sich natürlich unsere Arbeit.
00:06:55: Aber im Endeffekt ist es schon so dass wir einen gesamtheitlichen Blick auf den Menschen werfen und uns ein Bild machen von seiner Lebenssituation.
00:07:08: Ja also Dieter hat ja schon gesagt zu Bereich Arbeit, Bereich Wohnen Das sind so ganz spezielle Themen, auch Wohnungslosigkeit.
00:07:19: Ja finanzielle wirklich große Notlagen.
00:07:24: also je nachdem was für eine Situation gerade vorliegt unterscheidet sich die Planung, aber wir arbeiten im multiprofessionellen Team zusammen.
00:07:35: Auch das nochmal kurz erläutert?
00:07:36: Das heißt es sind nicht nur Ärzte betroffen sondern ist die Sozialarbeit dabei?
00:07:40: Genau!
00:07:41: Wir sitzen regelmäßig zusammen Sozialpädagogen-Fachtherapeuten Ärzte, Psychologen und natürlich auch unser Pflegepersonal.
00:07:50: Und dann schauen wir von allen Seiten auf die Situation des Patienten und überlegen uns aus unserer fraglichen Perspektive was jetzt ein möglichst gutes Angebot wäre.
00:08:06: Dann geht es natürlich darum Auch, sagt der Dieter schon erwähnt ja in Beziehung zu gehen mit den Patienten auch zu gucken.
00:08:14: Was will der Mensch?
00:08:16: Was möchte er verändern oder was kann man ihm... Gutes angedeihen lassen, sodass er dann eben ein gutes zufriedenes Leben führt.
00:08:27: In Beziehung gehen finde ich ganz spannend weil das bringt mich eigentlich zu meiner nächsten Frage.
00:08:32: Ich habe jetzt gehört was die Klinik macht und ich hab gehört was der SPDI macht aber wie kriege ich euch beide denn nun eigentlich zusammen?
00:08:38: Also wie kommt ihr beide miteinander quasi mit euren unterschiedlichen Aufgaben und ja doch ziemlich ähnlichen Ansätzen?
00:08:44: Wie kommt ihr eigentlich miteinander zusammen?
00:08:48: also Michaela wie kommst du zum Dieter?
00:08:51: Ja?
00:08:52: Eine lange Geschichte.
00:08:54: Wir haben beim Vorgespräch festgestellt, dass wir uns wirklich schon fast zwanzig Jahre kennen.
00:08:58: Das hat mich dann ein bisschen überrascht.
00:09:01: Genau.
00:09:02: Nee ... Der SPDI ist also seit ich in der Klinik bin, haben für eine enge Kooperation mit den SPDIs.
00:09:15: Die SPDIs sind zu uns in die Kliniken gekommen regelmäßig so war das früher und haben ihre Stationen besucht.
00:09:24: Damals war ja noch die Psychiatrie so aufgebaut, dass wir sektormäßig die Menschen behandelt haben, sprich jede Klinik, jede Station mehr oder weniger hatte einen SPDI mit dem sie zusammengearbeitet hat weil der SPD in dem Viertel eben zuständig war.
00:09:46: Wir sagen ja auch immer, wir sind die Profis in der Klinik und der SPDI ist der Profi vor Ort.
00:09:52: Und so kam es eben dazu, dass wir regelmäßige Kontakte hatten.
00:09:57: Es gab sogar auch Besuche einmal in der Woche vom Case-Management von dem SPDI.
00:10:02: Genau jetzt
00:10:03: ... Das klingt ein bisschen in der Vergangenheit?
00:10:05: Also so war's!
00:10:06: Wie ist das denn heute?
00:10:08: Jetzt ist natürlich alles anders, hat sich viel verändert.
00:10:11: Die Kliniken arbeiten nicht nur sektororientiert Und wir haben uns jetzt dazu entschlossen in der Klinik PP.
00:10:20: Das ist eine Klinique des KBO Isaramba-Klinikums
00:10:24: ... Psychiatrie und Psychosomatik,
00:10:25: ja?
00:10:25: Einen ... Jain!
00:10:29: Aber das würde ich auch zum Beispiel
00:10:31: ... Ja okay, machen wir einen eigenen Podcast raus dann.
00:10:33: Genau.
00:10:34: Wir machen es so dass wir monatlich SPDI-Sprechstunden anbieten.
00:10:39: bei unserem Haus Und in Absprache mit den verschiedenen SPDIs ist es quasi so, dass jetzt jedes Mal ein anderer SPDI kommt.
00:10:51: Stellvertretend für alle und wir dann eben unsere Patienten.
00:10:55: erstmal befragen natürlich ja ob der Mensch Interesse hat an diesem Angebot Und dann melden wir die Leute an und dann begleiten sie rüber.
00:11:05: Im besten Fall machen wir noch das gemeinsame Gespräch, so findet der Kontakt
00:11:09: statt.
00:11:09: Dann ist der Dieter da übernimmt den Patienten?
00:11:13: Wie findet denn die Beratung von deiner Seite aus Stadt?
00:11:17: Ich würde nur mal ganz kurz was zu der Entwicklung auch sagen – der Sprechstunden!
00:11:22: Weil wir lange Zeit uns überlegt haben wie macht man es möglichst optimal dass möglichst viele Patienten in der Klinik auch erreichen?
00:11:30: und wir haben uns, es gibt von den sozial-psychiatrischen Diensten auch ein regelmäßiges Treffen wo wir beschlossen haben dass wir abwechselnd.
00:11:40: Und da muss ich dich ein bisschen berichtigen Es gibt zehn sozial psychiatrische Dienste in München.
00:11:46: also es gibt einen der speziell eben vom Frauentherapiezentrum auch für nur Frauen zuständig ist genau und wir wechseln uns ab.
00:11:56: Das heißt, einmal im Monat kommt immer ein anderer SPDI und wir führen dann die Gespräche mit den Patienten, die uns eben gemeldet werden.
00:12:06: Die sind jetzt nicht unbedingt direkt aus unserem Einzugsbereich sondern aus ganz München.
00:12:13: Wir setzen uns zusammen sprechen mit den Klienten hören, was deren Anliegen ist seit wann sie hier sind.
00:12:20: Was Sie für ein Unterstützungsbedarf haben das fassen wir kurz zusammen verschriftlichen das auch und schicken es dann an den jeweils zuständigen sozialpsychatischen Dienst.
00:12:30: wenn wir zuständig sind dann ist es klar dann nehme ich die Anmeldung natürlich mit und verteile das dann bei uns im Team.
00:12:37: Wir besprechen dem Team dann die neue Anmeltungen kommt sozusagen der nächste Schritt, dass ein Termin vereinbart wird mit dem Klienten oder der Klientin.
00:12:46: Und wie viel Vorlauf macht man das ungefähr vor der wirklichen Entlassung?
00:12:51: Das
00:12:51: ist unterschiedlich.
00:12:54: Mitunter stehen die Patienten dann kurz vor der Entlassungen andere Patienten, da ist es noch gar nicht klar, wann die Entlassung ist.
00:13:05: Wir würden uns natürlich wünschen oder wir wünschten uns dass die Entlastgespräche möglichst frühzeitig sind das wir im Idealfall vielleicht sogar mal hier in die Klinik fahren können und dann nochmal ein gemeinsames Gespräch mit den Sozialpädagogen, den zuständigen oder auch dem zuständischen Ärzten führen können um möglichst die Entlassen gut zu planen und dann weiter zu überlegen
00:13:31: Michaela, mit welchen Fragen kommen die Betroffenen denn vor ihrer Entlassung eigentlich zu euch?
00:13:37: Also wer hat da welche Bedarfe, wenden sie sich proaktiv an euch oder versucht ihr auch die Patienten sozusagen an die Hand zu nehmen und zu sagen ich glaube wir haben hier etwas was dir helfen würde wenn du dann aus der Klinik rauskommst.
00:13:49: also in welche Richtung funktioniert da gerade was.
00:13:52: Wer hat welche Verantwortung?
00:13:54: das kommt eigentlich auch wirklich drauf an.
00:13:56: Also es gibt die Konstellation, dass wirklich Leute aktiv auf den Sozialdienst zukommen mit ganz speziellen Problemen und wo wir dann natürlich auch gucken können was können wir in der Klinik schon abfangen oder was muss man dann wirklich auch im Anschluss im ambulanten Setting klären.
00:14:17: Aber es gibt natürlich auch die Überraschenderweise sehr viele Leute, die den SPDI nicht kennen und wo wir dann schon eben... Also mir ist es immer ganz wichtig dass die Leute mit einer SPDI Anbindung zumindest rausgehen weil man dann einen Ansprechpartner hat.
00:14:33: Es ist schon so wenn ich den Eindruck habe oder auch das Team.
00:14:37: Wir sitzen regelmäßig zusammen besprechen die Patienten die Verläufe Und dann kann es schon sein, dass wir sagen Mensch.
00:14:45: Es wäre doch eine gute Sache wenn da jemand im häuslichen Umfeld auch mit dabei wäre der dann auch die Leute weiter betreuen kann wie zum Beispiel auch der SPDI die auch Case Management anbieten.
00:14:58: also eine tolle Sache.
00:15:00: aber es kommt wirklich drauf an welcher Patient gerade das anliegen.
00:15:04: ich glaube das wesentlich ist ja immer Wir uns oder ihr euch nicht so sehr, aber ihr euch tagtäglich mit diesen Dingen beschäftigt.
00:15:12: Und für die Patienten ist das ja immer sozusagen das erste Mal womöglich.
00:15:17: Nun ist dieser Übergang da und sie kommt zu dir Dieter?
00:15:21: Dann...
00:15:22: Ich würde gerne noch mal was zu dem Stichwort Case Management sagen.
00:15:26: Ich glaube
00:15:26: es wäre gut wenn wir auflösen, was das ist genau also auch nochmal für die Menschen, die dann draußen zu hören.
00:15:32: Also das ist vor vielen Jahren gestartet als ein Modellprojekt.
00:15:35: Case Management ist mittlerweile in der Regelförderung auch übergegangen, die Idee ist im Grunde diesen Entlassprozess und den Übergang in den ambulanten Bereich möglichst sicher zu gestalten so dass die Klenden tatsächlich bei uns im ambulantenbereich ankommen.
00:15:53: mit eben regelmäßigen Sprechstunden, Terminen hier in der Klinik.
00:15:59: Im Case-Management hat man nochmal mehr Zeit auch also das Zeitkontingent ist noch mal ein anderes wie jetzt in der ich sage jetzt mal anderen sozialpsychiatischen Arbeit und Beratungsarbeit.
00:16:12: da ist oftmals weniger Zeit.
00:16:14: genau Das hat sich mittlerweile ja ich denke etabliert von der Idee her sodass man eben möglichst sicherstellen kann, dass die Leute gut bei uns ankommen.
00:16:27: Und wenn sie dann mal euch ankommen was passiert als erstes?
00:16:30: Also ist aus der Klinik raus.
00:16:31: bestenfalls können in derselben Woche vielleicht noch zu euch kommen oder zumindest Zeit.
00:16:38: und dann passiert was eigentlich?
00:16:41: Meistens nicht in der selben Woche sondern wir haben schon einen Vorlauf von vielleicht zwei, drei Wochen.
00:16:47: Je nachdem kann ich dann natürlich auch nicht für alle Dienste sprechen aber wir versuchen möglichst zeitnah die Termine zu vergeben und dann versucht man sich einfach kennenzulernen mal zu hören was ist die Situation von demjenigen von derjenigen und versucht sich mal ein Bild zu verschaffen über den Hefebedarf wo es eine notwendige Unterstützung angesagt.
00:17:17: Und was sind dann die weiteren Schritte?
00:17:19: Dann kann das wirklich ein Prozess sein und so denken und arbeiten wir auch, dass wir jetzt nicht etwas Einmaliges im Grunde machen sondern über einen längeren Zeitraum einfach so'n Prozess generieren wo wir die Menschen auch begleiten unterschiedlich intensiv.
00:17:35: Wir haben noch andere Angebote an den sozial-psychiatrischen Dienst wie zum Beispiel des betreute Einzelwohnen mehr Kapazitäten
00:17:45: haben.
00:17:46: Und wo sind auch bei euch Grenzen?
00:17:48: Also ihr könnt ja keine Therapie anbieten im eigentlichen Sinne, oder?
00:17:51: Ja
00:17:52: also wir bieten und können auch keine Psychotherapie in engeren Sinne anbieten oder im eigentlichem Sinne.
00:17:59: was wir anbiten ich habe sehr vorher schon gesagt ist natürlich Beziehungsarbeit.
00:18:03: das heißt ja da lernt man sich natürlich auch kennen und versucht gemeinsam Das zu verstehen, was da passiert.
00:18:13: Was sozusagen der Hintergrund der Erkrankung ist und das ist ja auch ein Prozess wo sich etwas verändert.
00:18:19: Und wir haben viele Klienten die zu uns kommen durchaus auch zunächst mal als Überbrückungen.
00:18:26: Ein Psychotherapieplatz zu finden ist nicht einfach und es wird immer schwieriger auch einen Platz zu finden.
00:18:34: Die Leute kommen zu uns zur Überbrückung und bleiben dann zum Teil bei uns weil sich einfach ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat und so eine gute Arbeitsgrundlage hat.
00:18:47: Wenn ich jetzt nochmal an euch beide zusammen denke, wie könnt ihr dann gemeinsam vielleicht auch Ängste nehmen an der Schnittstelle?
00:18:54: Also jemand kommt aus der Klinik ... hat dort eine medikamentöse Einstellung bekommen, ist da jetzt irgendwie ganz gut auf dem Weg und geht nun aus der Klinik raus.
00:19:06: Und brauche ja eigentlich zum Beispiel so etwas wie Anschlussrezepte.
00:19:08: also wie können ihr auch vielleicht miteinander den Patienten da an die Hand nehmen?
00:19:13: Da haben wir erstmal ne Lösung für dich, die dir wirklich hilft.
00:19:16: diese Sorge können wir dir nehmen.
00:19:19: Also mal zum einen ist es schon so, dass wir von der Klinikaus natürlich schon versuchen – das ist eigentlich kein Versuch.
00:19:30: Es ist eigentlich so, wenn die Leute bei uns entlassen werden vollständig mit Termin-, mit Rezepten- und Medikamenten zum Teil auch entlassen.
00:19:43: Und ich denke, der SPDI ist primär nicht die Aufgabe dieses medizinische Aber-die-Überleitung zu einem Arzt.
00:19:53: Dass man eine Brücke
00:19:54: schließt
00:19:55: oder dass man die Leute begleitet wenn möglich in diese Richtung.
00:19:59: aber im Endeffekt gehen die Leute eigentlich schon mit einem Anschlusstermin in einer unserer Institutsambulanzen oder bei einem niedergelassenen Arzt, je nachdem ob der Patient vorher schon jemanden hat.
00:20:14: Also wir versuchen das in der Klinik von vornherein so fortzubereiten dass die Entlassung möglichst ohne Stress vonstatten geht weil das natürlich das allerwichtigste ist damit eben dann auch nächste Zeit der Entlassung stressfrei ablaufen kann.
00:20:31: Und Dieter, habt ihr so Netzwerke auch zu Therapeuten?
00:20:35: Wo man vielleicht auch weiß.
00:20:36: Ja da gibt es eine Chance ist auch mal noch ne Frage ob jemand Kassenpatient ist oder privat versichert ist.
00:20:41: wahrscheinlich spielt sicherlich eine Rolle keine Sozialkritik üben aber auch diese Themen die sind ja wahrscheinlich liegen einfach auf der Straße und müssen irgendwie geklärt werden.
00:20:50: Also
00:20:52: wir haben ja als SPD ist auch die Funktion des Koordinierens der Hilfen und wir haben natürlich bei uns im Netzwerk sozusagen In dem, was ambulant in unseren Einzugsbereichen ist, kennen wir uns ganz gut aus und haben auch Kontakte.
00:21:10: Da hat sich noch mal etwas verändert in den letzten Jahren oder auch im letzten Jahr.
00:21:14: Wir haben seit Mitte letzten Jahres eine psychiatrische Institutsambulanz bei uns um die Ecke Mit der wir sehr, sehr viel zusammenarbeiten und sehr intensiv auch zusammenarbeiten.
00:21:27: Da ist die Oberjahrzeit bei uns regelmäßig einmal in der Woche im Team um uns auch medizinisch zu beraten.
00:21:34: Das ist mittlerweile ein sehr wichtiger Kooperationspartner, die PIA.
00:21:40: Die PIAs gibt es ja so in dem... Modell, wie es mittlerweile eben sich ausgeprägt hat noch nicht so lange.
00:21:47: Pia ist die Abkürzung für
00:21:48: psychiatrische Institutsambulanz.
00:21:50: Genau wir machen gemeinsam Hausbesuche und ja das was notwendig ist.
00:21:56: bei Therapeuten ist es natürlich schwierig.
00:21:58: Natürlich haben wir auch kennen wir den ein oder anderen die eine oder andere Therapeutin aber meistens sind sie voll.
00:22:05: Das ist einfach wirklich ein sehr mühsames Unterfangen.
00:22:12: Neben der PIER haben wir an unserem Dienst noch mal ein neues Versorgungsmodell, das nennt sich Komplexversorgung-Teil wo wir auch einen möglichst schnellen oder schnelleren Zugang zu einem Netzwerk haben.
00:22:30: Das Netzwerk speist sich aus Psychotherapeutinnen und Ergotherapeuten der APPM Das ambulante psychiatrische Pflegedienst München ist mit dabei.
00:22:43: Psychiater sind mit dabei und da ist eben die Hoffnung, wir sind jetzt erst zu kurz um eingestiegen, dass wir möglichst schnell auch helfen zusätzlich für die Klienten akquirieren können.
00:22:55: Wir haben hier in den letzten Podcast Michaela immer über die Rolle von Angehörigen und deren Bedeutung gesprochen.
00:23:02: Angehörtige haben wir auch gelernt müssen nicht genetisch verwandte Menschen sein, sondern können auch gute Freunde sein.
00:23:10: Welche Erfahrungen hast du da gemacht?
00:23:11: Wie wichtig sind denn die auch gerade in diesem Übergang aus der Klinik heraus und auch nachher?
00:23:18: die Frage, die sich dann an dich wendet Dieter wie wichtig bleiben sie dann auch, auch wenn jemand eingebettet ist vielleicht in eine SPDI womöglich geht ja auch jemand zurück in seine Familie.
00:23:28: all diese Prozesse müssen ihr auch irgendwie mitgedacht werden.
00:23:31: also angehörigen Arbeit ist ja glaube ich ein Kernthema auch, bei beiden wahrscheinlich oder?
00:23:36: Wie ist das bei dir erstmal Michaela.
00:23:38: Also das wollte ich eigentlich vorher auch noch ergänzen, was ich so schön finde am SPDI und das sage ich meinen Patientinnen immer.
00:23:48: Dass der SPDI auch für die Angehörigen eine Anlaufstelle sein kann und diese sind ja oft die tragenden Säulen also sehr wichtig.
00:24:00: wir arbeiten auch sehr intensiv mit den Angehörpern zusammen.
00:24:05: Wir in der Klinik PP ein Teil KWO-Klinikums, eine Klinik.
00:24:11: Wir bieten auch Angehörigengruppen an und so machen das auch diverse andere Kliniken auch weil es einfach eine wichtige Sache ist dass Angehörege einen Raum bekommen, dass sie ihre Sorgen, ihre Ängste Ihre Nöte, dass sie die aussprechen können.
00:24:30: Dass Sie die teilen können und dass Sie auch sehen, dass Sie nicht alleine sind.
00:24:34: Unabhängig davon gibt es ja auch ganz viele Selbsthilfegruppen wo wir dann natürlich auch versuchen eine Überleitung herzustellen oder zumindest ein Kenntnis zu schaffen das sich die Leute dann selbst organisieren.
00:24:47: aber Angehörige ist ganz wichtig nur leider gibt es oft keine.
00:24:53: Und das ist dann eben der Punkt, wo ich sage, SPDI ist die Anlaufstelle, wo die Leute auch andocken
00:24:59: können?
00:25:00: Gibt's keine?
00:25:01: oder haben sie auch selbst Ängste, die da mit im Zusammenhang stehen ... Ich weiß nicht, wie ist euer Erleben?
00:25:09: Also diese angehörigen Frage, ich reite deshalb so drauf rum, weil sich hier immer wieder Thema tatsächlich is'.
00:25:16: Ist das vielleicht auch diese Unsicherheit auf Seiten der Angewirrigen, dass sie sich gar nicht so richtig einbeziehen lassen wollen?
00:25:23: oder ist es gar nicht euer Leben?
00:25:25: Sondern Sie sind wirklich nicht da.
00:25:28: Also wenn ich jetzt da mal anfangen darf... Es ist schon so, dass ich das erlebe, dass sehr viele Menschen alleine sind und dann dass die Angehörigen wirklich zum Teil so maximal belastet sind.
00:25:49: Dass sie sich dann vielleicht auch abwenden, weil sie einfach selbst nicht mehr können.
00:25:54: und da denke ich mir ist es ein Punkt den man aufgreifen müsste wo man sagen kann das ist jetzt euer Raum und da bekommt ihr ja auch Unterstützung und Hilfe.
00:26:06: also
00:26:08: Für
00:26:09: uns ist die angehörigen Arbeit eine sehr wichtige Arbeit und wird eigentlich immer wichtiger.
00:26:13: Wir haben zunehmend mehr Angehörige auch in der Beratung, nicht nur in einer Einmalberatung sondern wirklich über längere Zeiträume in unterschiedlichen Konstellationen.
00:26:23: Es gibt ja angehörig in ganz unterschiedlichen Konstellation Und da merken wir schon, dass es ganz wichtig ist, da möglichst auch regelmäßig Angebote zu machen zur Entlastung.
00:26:38: Oftmals gibt's Fragen – was ist denn mit meinem Sohn und meiner Tochter eigentlich los?
00:26:44: Wir haben keinen Zugang mehr zu ihm, zieht sich immer mehr zurück.
00:26:49: bekommen wir oft die Anfragen oder ist zunehmend abweisender isoliert, da geht nicht mehr aus dem Haus.
00:26:57: Da versuchen wir dann zunächst mal gemeinsam mit den Angehörigen zu überlegen was kann denn dahintergrund sein aber eben auch im nächsten Schritt dann zu versuchen zu dem Klienten oder der Klientin dann auch Kontakt zu bekommen.
00:27:13: Bei der Angehörung Arbeit Neben der Arbeit, die wir machen sicherlich auch die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe sprich mit der APK.
00:27:21: Angehörige und psychische Krankheit ist ganz wichtig.
00:27:24: Mit denen arbeiten wir sehr eng zusammen.
00:27:26: Auch dort machen wir sozial-psychiatrischen Dienste regelmäßige Sprechstunden was sich auch als sehr hilfreich und gut erwiesen hat.
00:27:38: Neben den Angehörigen haben wir ja noch ganz andere Personengruppen, die zu uns kommen.
00:27:43: Das kann der Arbeitgeber sein, das können Freunde sein – das sind natürlich im weitesten Sinn auch Anhörige, Familie,
00:27:52: Nachbarn.
00:27:54: Also im Grunde auch das ganze soziale Umfeld kann auch zu uns kann eine mögliche Beratung auch bei uns bekommen.
00:28:04: Also wenn man den Begriff niederschwellig dann irgendwie mal symbolisieren will, dann ist ein SPDI wirklich somit das niederschwälligste was man sich denken kann.
00:28:12: also wenn ich da so höre dass im Grunde genommen erst einmal jeder kommen kann?
00:28:15: Ich denke schon ohne Versicherungskarte, ohne Überweisungen mit einem offenen Beratungsprozess.
00:28:22: Also ich bin nach wie vor...ich mache die Arbeit ja wirklich lange nach wie vorher so begeistert und überzeugt von der von dem Angebot des sozial-psychartischen Dienste und bin froh, dass die Bezirke uns weiterhin finanzieren.
00:28:37: Und ich hoffe, dass diese Finanzierung auch weiterhin auskömmlich
00:28:41: bleibt!
00:28:41: Da kommen wir nachher noch zu.
00:28:43: Wir kommen schon scharf in die Richtung.
00:28:45: jetzt mit dem nächsten Themenblock – es wird nämlich um Ressourcen gehen zum einen um persönliche Ressursen also was macht das auch mit euch?
00:28:54: Zum anderen aber auch über institutionelle Ressoursen.
00:28:59: Da haben sich ja auch in den letzten Jahren viele Dinge, glaube ich, verändert.
00:29:02: Auch in dem Cleaning hat sich viel verändert, Michaela.
00:29:05: Es wurden viele Dinge im klinischen Kontext ausprobiert.
00:29:09: Stationäre Versorgungen wollte man möglichst reduzieren – viel in die ambulante Versorgung überleiten.
00:29:15: Es gab die Brückenteams.
00:29:16: jetzt, leben wir mit dem sogenannten Paragraf-IVB Modell in Teilen.
00:29:22: Wie hat sich denn in deiner Zeit, ihr habt ja gerade gesagt, ihr kennt euch zwanzig Jahre.
00:29:26: Du bist seit zwei tausend neun irgendwie im KBO-Kontext beschäftigt.
00:29:30: Wie hat dich denn in der Beschäftigungsszeit deine Arbeit, deine Arbeitssituation quasi verändert?
00:29:35: Wie hat die gesamte Psychiatrie vielleicht auch in der Zeit verändert?
00:29:42: Ähm... wie ist das gewesen in den letzten Jahren und welche Schwerpunkte haben Sie vielleicht auch verlagert?
00:29:48: Seine große Frage.
00:29:49: Ja, versuchen wir uns auch eine knackige Antwort zu bemühen.
00:29:56: Was hat sich verändert?
00:29:59: Das hast du ja schon angesprochen.
00:30:02: in den letzten Jahren Versuchen wir ja immer mehr, die Menschen in ihrem häuslichen Umfeld aufzusuchen und dort zu behandeln.
00:30:10: Weil das eigentlich der Ort ist wo Behandlung stattfinden sollte weil vieles in der Klinik ein separater Raum, also ein künstlicher Raum der geschaffen ist im häusliche Umfeld geht sehr viel besser.
00:30:27: aber jetzt im Laufe der Zeit was ich feststellen konnte ist, dass die Leute immer jünger werden.
00:30:35: Dass immer mehr mit junge Leuten mit Sucht bei uns in der Klinik sind auch was, die da schon angedeutet hat so ein bisschen.
00:30:45: ja junge Leute ohne Perspektive und natürlich auch Personalmangel ist bei uns natürlich auch so ein Thema oder überall.
00:30:59: Und demzufolge mit dem neuen Finanzierungsmodell, der BASÖ-Angesprochen Matthias.
00:31:09: Versuchen wir jetzt die Menschen vermehrt flexibel zu behandeln.
00:31:19: Flexibel zu behandeln heißt dass wenn ein Mensch so krank ist das er einer stationären Behandlung bedarf Mussten jetzt nicht unbedingt in Kombination mit einem Bett in der Klinik, muss die Behandlung stattfinden.
00:31:40: Sondern es wird ganz genau geschaut was braucht dieser Mensch in diesem Moment?
00:31:44: Wir haben die Möglichkeit, Patienten bei uns nach wie vor stationär in der Klinik zu behandeln mit einem Bett.
00:31:52: Aber wir können auch innerhalb von diesem Behandlungszyklus relativ schnell die Leute in die Flexbehandlung zu Hause schicken.
00:32:05: Also, dass die Leute dann wirklich von unserem Team multiprofessionell haben wir ja vorhin schon gesagt.
00:32:12: Dass alle Berufsgruppen da beteiligt sind und den Menschen im häuslichen Umfeld aufsuchen in auch Absprache mit den Angehörigen, mit Freunden wer auch immer da wohnt.
00:32:24: Und aber auch wenn wir merken, das passt jetzt nicht mehr gut.
00:32:29: Weil irgendetwas sich ergeben hat ja können wir aber auch sagen okay Wir können wieder stationär in die Klinik gehen mit einem Bett Aber auch dann relativ flexibel wieder auch sagen Gut Die klinik ist der Flexbehandlungsort Ja Und dann schläft die Person zu Hause und kommt da nur zur Therapie in die Klinik.
00:32:52: Das ist eben das, was in der letzten Zeit vermehrt gemacht wurde und wo wir auch gute Erfolge erzielen.
00:33:02: Genau also das ist eigentlich die größte Veränderung neben.
00:33:07: Insgesamt haben wir so einen dissonanten Dreiklang aus meiner Sicht.
00:33:10: Wir haben eine Lage der öffentlichen Haushalte, der Krankenkassen, die sehr angespannt ist.
00:33:14: Der Druck ins System ist wahnsinnig groß geworden.
00:33:16: du hast gesagt es sind viele Kranke sie sind kränker und das dritte Thema ist dass ja die allgemeinen Kosten auch davon laufen.
00:33:23: Das heißt wir haben also an dieser Stelle Wirklich auch ein Thema Personalkosten und so weiter.
00:33:29: Und sofort jetzt gucke ich in die SPDIs, wir haben gerade eben schon gehört finanziert vom Bezirk Oberbayern.
00:33:34: da kommen wir nachher nochmal genauer vielleicht drauf.
00:33:37: Aber wie sieht die Situation dann bei euch konkret aus?
00:33:40: Also wie hat sich denn die Situation bei den SPDIs auch in den letzten Jahren verändert?
00:33:48: Ich wollte noch mal kurz was zu Michaela sagen, zu dem B. Ich denke das wird nochmal sehr spannend werden in den nächsten Jahren weil wir da sicherlich auch nochmal andere Kooperationsformen und intensivere Formen der Zusammenarbeit auch entwickeln werden.
00:34:04: Ich
00:34:04: freu mich schon.
00:34:05: Ich glaube, dieses B-Modell ist ja erst mal ein Projekt, was man versucht auch dann zu monitoren über eine Laufzeit von ungefähr fünfzehn Jahren oder sowas und einfach einmal zu schauen wie entwickelt sich das dann?
00:34:15: Und wahrscheinlich ist die Frage wirklich, wie kriegen wir vielleicht diese Vernetzung noch konkreter und besser geleistet?
00:34:25: doch noch mal zurück zu meiner Frage.
00:34:26: Also wie ist die Lage bei euch?
00:34:29: Du hast gesagt, siehst du und dreißig Jahre, neunzehnundneinzig bis jetzt!
00:34:33: Da ist ja viel passiert auch Positives.
00:34:35: also wir dürfen mir auch gerne über die Dinge reden, die positiv sind.
00:34:39: Wie ist die Situation für euch?
00:34:41: Die Situation ich würde fast sagen spitzt sich schon weiterhin auch zu.
00:34:47: Ich habe zufällig jetzt bei der Vorbereitung bin ich auf eine Statistik gestoßen.
00:34:52: Eine Statistika unserer Klienten.
00:34:54: Wir müssen ja einmal im Jahr eine jahre Statistik machen und wir hatten ... ... zwei Tausend Achtzehn hatten wir dreihundert siebenundvierzig Klientinnen übers Jahr verteilt, ... ... zweitausendfünfundzwanzig.
00:35:05: also jetzt ganz neu haben wir vierhundertneunundsebzig Klientin.
00:35:08: Also da sieht man schon was das für einen enormen Anstieg auch bedeutet hat in den letzten Jahren.
00:35:14: Wir haben zurzeit pro Woche zehn zwölf Neuanmeldungen.
00:35:19: Das war es Michaela auch schon sagte Die Problemlagen wären komplexer, der Hilfebedarf wird deutlich mehr.
00:35:28: Wir haben mittlerweile einen sehr hohen Migrationsanteil bei über
00:35:34: twenty-fünf
00:35:38: Prozent der Klientinnen und Klienten.
00:35:43: wo wir zum Teil eben auch mit Dolmetscher arbeiten.
00:35:46: Und das zeigt ja schon ein bisschen die Tendenz, das hat zur Folge oder das hat natürlich die Konsequenz dass man wenn man mit Dolmetcher arbeitet, hat man einfach einen anderen Vorlauf dann muss man organisieren.
00:35:58: Gott sei Dank kriegen wir da auch eine finanzielle Unterstützung von der Stadt München.
00:36:03: also die finanziert für uns Dienste auch ein Teil der Dolmetscher Arbeit.
00:36:07: aber genau diese Richtung hält an.
00:36:12: Wir haben leider im Grunde seit vielen Jahren keine Stellenerweiterung, obwohl unser Einzugsgebiet immer größer wird.
00:36:23: Wir haben jetzt eines der größten Neubaugebiete Europas erzubekommen, Freihaben.
00:36:28: Genau!
00:36:29: Haben wir seit vielen jahren auch eine halbe Stelle beantragt, leider bisher aufgrund der Haushaltslage.
00:36:36: Es ist auch in dem Jahr nichts mehr geworden, was wir dringend bräuchten um wirklich so zu arbeiten wie wir im Grunde die Arbeit verstehen.
00:36:44: Auch nachgehend zu arbeiten.
00:36:45: Intensivere Termine zu geben.
00:36:48: Häufiger Termin zu geben.
00:36:53: Die Herausforderungen
00:36:54: sind
00:36:54: gewachsen.
00:36:56: Wie sind die Kosten voll übernommen vom Bezirk Oberbayern?
00:36:59: oder wie funktioniert da die Finanzierung bei euch?
00:37:05: nicht voll übernommen.
00:37:07: Wir bekommen pro Vollzeitstelle einen Sachkostenzuschuss und wir bekommen einen Zuschuss zu den Personalkosten, aber je erfahrener die Mitarbeiter sind und je länger die beschäftigt sind umso teurer werden sie natürlich... Die Nade
00:37:22: des Tarifvertrags.
00:37:23: das öffentlichen Dienst ist zumindest für die Mitarbeitenden?
00:37:26: Wunderbar!
00:37:27: Aber für uns als Träger macht sich dann ein Defizit auf.
00:37:32: Sozialpsychiatrische Dienste waren immer schon Dienste, wo die Träger auch überspenden über andere Kanäle einfach was zuschießen
00:37:41: mussten.
00:37:42: Das sind aber pauschalfinanzierte Angebote.
00:37:43: Pauschalffinanzierte
00:37:45: Angebote leider nicht kostendeckend.
00:37:48: Aber vielleicht auch das um das den Menschen nochmal mitzugeben tatsächlich für diejenigen, die sich an euch wenden zu hundertprozent kostenfrei
00:37:56: oder?
00:37:57: Zu hundert prozent kostenfreier?
00:37:58: genau es gibt die Möglichkeit der Spenden aber ansonsten Kostenfreund, das ist auch gut so.
00:38:04: Ich finde es absolut gut so!
00:38:07: Ich wollte gerne... also unabhängig dass es kostenlos ist ja was mir auch immer sehr wichtig ist bei der Beratung wenn ich den SPDI vorstelle die Schwei gibt's nicht.
00:38:19: Also es ist wirklich so dass die Menschen dem SPDI irgendwas erzählen genauso safe sein können, wie wenn sie das einem Arzt sagen.
00:38:29: Und jetzt finde ich schon einen ganz wichtigen Punkt.
00:38:32: Wie ist die Schweigepflicht geregelt in dieser Überleitungsphase?
00:38:36: Genau mit einer Schweigepflichtentbindung wechselseitig.
00:38:40: Das
00:38:41: ist die Grundlage
00:38:42: unserer Arbeit.
00:38:43: Wir
00:38:43: machen grundsätzlich nichts was nicht wirklich mit den Klienten vorgesprochen ist und auch ausdrücklich dann der Wille der Klientin oder des
00:38:50: Klientens.
00:38:52: Ich glaube, es ist auch ganz wichtig noch mal das im Verhältnis zu den Angehörigen zu klären.
00:38:56: Also wenn ein Patient sich an euch wendet mit seinen Belangen ... sich einen Angehöreger an euch vendet mit seinem Belangen dann ist nicht eure Aufgabe die Belange zusammenzuführen Es sei denn ihr werdet ausdrücklich drum gebeten vermutlich weil da auf beiden Seiten tatsächlich diese Speigepflicht gilt oder?
00:39:13: Das ist nicht immer ganz einfach.
00:39:14: in Beratungsprozess werden Wenn der Klent bei uns ist und sich dann die Angehöhre melden möglicherweise auch mal gar nichts voneinander wissen, ja es ist schon eine Herausforderung aber klar wir sind dann an die Schweigepflicht gebunden und halten uns da selbstverständlich dran.
00:39:30: Im Idealfall löst sich das irgendwann auf und man macht vielleicht meine gemeinsame Beratung was oft sehr hilfreich ist und sehr zäh für uns sein kann.
00:39:38: Wo merkt ihr dann im Moment, dass ihr so denkt, da stoße ich jetzt an die Grenzen meiner Arbeit?
00:39:44: Also ich würde gerne aber eigentlich sind entweder die Ressourcen nicht da oder die Möglichkeit nicht gegeben.
00:39:49: Gibt es dir etwas wo du manchmal denkst, Dieter?
00:39:51: Ach, da würde ich jetzt gerne!
00:39:52: Aber das fehlt mir gerade.
00:39:55: Naja Stichwort Wohnen – da haben wir natürlich immer wieder das Problem, dass unsere Klienten auf den prekären Situationen wohnen oder beispielsweise, wir haben ihn angeschlossen auch in der therapeutische Wohngemeinschaft.
00:40:12: WG-Bewohner gerne ausziehen möchten, aber keinen Wohnraum finden.
00:40:16: Also das ist was uns alle im sozialen Bereich beschäftigt und nicht nur im sozialem
00:40:22: Bereich.
00:40:22: Ich würde gerade sagen, dass es ja nicht nur ein Mädchen der Phänomen, sondern es betrifft glaube ich viele Großstädte auch gerade.
00:40:28: Wie ist es bei dir, Michaela?
00:40:30: Wo denkst du manchmal Boah?
00:40:31: Die Grenze würde ich jetzt doch noch verschieben!
00:40:34: Ja, ich kann jetzt den Punkt anbringen, den ich vorhin vergessen habe.
00:40:41: Ein ganz großer Teil der Patienten und das passt auch sehr gut sind wohnungslose Menschen.
00:40:50: Das hat sich auf deine Frage vorhin Matthias was sich verändert hat, ja also das wollte ich eben noch ergänzen dass wir sehr viel wohnungslose Patienten haben und auch sehr viele Menschen ohne Krankenversicherung und auch ohne eine schnelle Chance auf Leistungsbezug.
00:41:12: Und das ist so.
00:41:13: dann der Punkt der es mir schrägstrich uns ein bisschen schwer macht.
00:41:19: Wir haben wirklich Schwerstkranke Menschen, wirklich auch Leute mit dem Pflegebedarf und sind einfach die Hände gebunden.
00:41:27: Weil wir auch keinen Wohnraum vermitteln können.
00:41:31: weil es also gut.
00:41:32: natürlich haben wir Kooperationen ja und mit der wohnungslosen Hilfe in München aber oftmals wollen das auch die Menschen dann nicht.
00:41:42: Also ist es dann auch in der Person begründet warum's nicht geht.
00:41:47: Aber das sind dann schon Momente, wo man sich denkt Mensch ich würde gerne, ich würde dir gerne helfen.
00:41:54: Aber ich kann nicht weil es keine gesetzliche Grundlage dafür gibt.
00:41:59: und was sage ich denn den Menschen?
00:42:01: Also ist wirklich also das finde ich hart
00:42:04: Der Bezirk sagt ja wir stärken Menschen im Grabbiosach zuverlässig an ihrer Seite Und im Grunde genommen stößt man dann an die Grenzen des Systems.
00:42:15: Und jeder der beiden hat im Üblichen absolut recht, gell?
00:42:17: Ich glaube das kann man wirklich so sagen.
00:42:19: und trotzdem stößte man an dieser Stelle dann wirklich an die Grenzen eines Systems in einem so reichen Land wie in Deutschland immer noch.
00:42:25: Okay, wir gehen dennoch mal ganz kurz zur inhaltigen Frage zurück auch um den Leuten ein bisschen was mitzugeben.
00:42:32: Wir reden immer ganz viel über ambulante Versorgung von psychisch erkrankten Menschen in Oberbayern.
00:42:38: Was haben wir für Anbieter, Michaela?
00:42:39: An wen können sich Menschen wenden?
00:42:42: Wir sagen jetzt ein bisschen was und man kann diese Informationen auch gerne bei uns dann abholen.
00:42:45: Aber welche Anbiete haben wir denn?
00:42:47: Welche Möglichkeiten gibt es hier in Oberbayern bei uns?
00:42:49: Ja also neben dem SPDI würde ich ... das hast du schon erwähnt, die da den APPM, den ambulanten psychiatrischen Pflegedienst München gerne erwähnen.
00:43:03: Den gibt's seit.
00:43:06: Ich habe da auch am Anfang eine sehr enge Kooperation gehabt mit dem APPM.
00:43:13: Gerade mit einem Mitarbeiter erinnere ich mich sehr gerne daran, der APPM ist ein Tochterunternehmen des KBO Sozialpsychiatrischen Zentrums und das ist bisher der einzige psychiatrische Pflegedienst.
00:43:29: wenn ich meinen Patienten den APPM-Vorstelle, dann sage ich immer Sie kennen ja den Sumatischen Pflegedienst.
00:43:40: Aber der Psychiatrische Pflegedienst hat jetzt nichts mit
00:43:43: Waschen
00:43:44: zu tun oder Medikamente verabreichen oder so, sondern die Aufgabe ist wirklich die Förderung des Alltagsmanagements.
00:43:54: Der Menschen Zuhause in Ihrem häuslichen Umfeld unter Einbeziehung der Angehörigen, wenn Sie denn da sind und eben wie gesagt ganz wichtig im häusliche Umfeld.
00:44:06: Im persönlichen Umfeld.
00:44:08: Aber der ist glaube ich auf München im Moment noch beschränkt oder?
00:44:11: Der ist nicht unverweihrenweit aktiv,
00:44:12: oder?
00:44:13: Ne, ne genau!
00:44:14: Und das Ganze auch sehr interessant weil es so wieder SPDI nix kostet.
00:44:20: Es ist eine SGP-Fünfleistung, es gibt über eine Verordnung die ein Psychiater ausstellen kann.
00:44:27: Voraussetzungen sind bestimmte Diagnosen aber es wird ein sehr breites Spektrum bedient oder kann bedient werden.
00:44:38: Genau, dann läuft die Maßnahme von Montag bis Freitag.
00:44:44: Kann der APPM sieben Stunden in der Woche gemeinsam mit dem Menschen Dinge bearbeiten, sage ich immer, die wichtig sind, die gerade anstehen und das Ganze geht für vier Monate Und dann muss man pausieren und kann das aber auch wieder in Anspruch nehmen nach acht Monaten.
00:45:09: Das wäre der APPM, ambulant psychiatrischer Pflegedienst München.
00:45:13: von Montag bis Freitag maximal sieben Stunden.
00:45:16: Was ich auch sehr schön finde bei dem Angebot ist findet ein Erstgespräch statt.
00:45:24: Patient, Schrägstrich-Klient und der APPM Mitarbeiter besprechen ganz klar die Beratungssequenzen.
00:45:33: Also wie oft jemand kommen soll?
00:45:35: Wie lange das dauern soll?
00:45:36: Es ist wirklich in enger Absprache oder genauso wie der Patient-Klient sich das
00:45:42: wünscht.".
00:45:43: Zum Zweiten möchte ich gerne auf das sozial-psychiatrische Zentrum hinweisen.
00:45:48: Das kleine Theater gehört ja auch mit dazu, zu diesem Netzwerk ambulanter Betreuungs-, Beratungs- und Teilhabeangebote mit dem Ziel gesellschaftliche Teilhäbe der Einzelnen zu ermöglichen und die Selbstbestimmung zu stärken.
00:46:08: Das SPZ ist tätig in den Bereichen Arbeit, Wohnen Begegnung, Tagesstruktur, Freizeit und Kultur.
00:46:17: Ja, lohnt sich auf jeden Fall mal ein Blick auf die Webseite.
00:46:23: Das dritte Angebot was mir worauf ich hinweisen möchte ist die Servicetelle vom Bezirk Oberbayern.
00:46:31: Die Telefonnummer wäre Und wie gesagt, das ist eine Servicestelle vom Bezirk Oberbayern.
00:46:44: Da kann man also Fragen zu sozialen Leistungen, Hilfe zur Pflege, Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung und allgemeine Informationen über den Bezirk abfragen.
00:46:55: Und ganz aktuell ist jetzt von der Landeshauptstadt München.
00:47:00: vom Gesundheitsreferat gibt es online den Wegweißer zum Thema psychische Gesundheit.
00:47:09: Der kam jetzt Ende zwanzig, fünfundzwanzig raus.
00:47:12: Kann man eben auch im Internet sich angucken beschäftigt sich also mit ganz vielen Themen und zwar nicht sehr spannend.
00:47:20: Bereiche wie zum Beispiel Wohnen Arbeit Rehabilitation und Teilhabe Freizeit und Begegnungen, Pflegebedürftigkeit und psychische Erkrankung.
00:47:31: Haushaltshilfe zur Existenzsicherung für Menschen ohne Krankenversicherung haben wir auch gerade erwähnt.
00:47:39: Und eben auch einen Teilbereich die psychosoziale Notfallversorgung.
00:47:46: Wie gesagt es ist relativ neu und da lohnt sich auf jeden Fall ein Blick drauf weil ich das sehr spannend finde und wirklich mit viel Information gefüllt.
00:47:55: Dieter, wenn du jetzt merkst in deiner täglichen Beratung oder langfristigen Beratungen auf von Patientinnen.
00:48:02: Jetzt geht es wieder schlechter und irgendwie geht es darum vielleicht den Klinikaufenthalt auch zu vermeiden.
00:48:10: welche Wege gibt's denn da um da auch unterstützend tätig zu sein?
00:48:14: Und zu sagen wir haben hier noch eine Lösung für dich bevor wir wirklich vielleicht in die klinik dann doch gehen müssen.
00:48:19: Welche Möglichkeiten gibt es denn da auf dem Gebiet?
00:48:22: Wir sind ja oft in den Beratungen durchaus dann auch im Kontakt mit dem behandelnden Ärzten, Ärztinnen oder auch Therapeuten.
00:48:30: Also ich hab selber momentan ne Klientin in der Krise.
00:48:34: da hatten wir jetzt kürzlich einfach ein Netzwerkgespräch gemacht das heißt wir haben uns zusammengesetzt und überlegt was kann der nächste Schritt sein?
00:48:41: für uns ist dann zum Beispiel eine Option auf des Atriumhaus mal für ein paar Tage einfach raus aus dem aus dem Alltag in einer geschützten Umgebung, also das war was wir besprochen haben.
00:48:54: Auch der verweist natürlich dann an den Krisendienst der vierundzwanzig Stunden erreichbar ist.
00:49:00: Also so versuchen wir ein Netzwerk aufzubauen und damit zu stabilisieren.
00:49:07: Ich glaube, ganz wichtig auch ... Du hast es mir im Vorgespräch erzählt.
00:49:10: Eine Engel-Zusammenarbeit zwischen euch und dem Krisendienst Psychiatrie Oberbayern, den ihr unterstützt, personell unterstützt tatsächlich oder?
00:49:21: Wir sind Kooperationspartner vom Krisendienste Bayern.
00:49:26: Das heißt wir decken als einer von vier Diensten in München täglich die Bereitschaftszeiten von acht bis sechzehn Uhr ab in der Zeit wenn da Anfragen in der Leitstelle kommen und es notwendig ist, dass man vor Ort ist oder auch ein Krisengespräch im Dienst macht.
00:49:44: Dann werden wir angerufen und versuchen aus der Situation heraus einfach weitere Dinge einzuleiten – oftmals geht's dann tatsächlich auch um eine Vermittlung an.
00:49:56: zum Beispiel in den sozial-psychiatrischen Dienst, an uns oder auch andere Dienste.
00:50:02: Oder es geht immer wieder darum zu schauen ist jemand selbst oder fremdgefährdend?
00:50:09: muss jemand in die Klinik?
00:50:10: Geht jemand freiwillig in die klinik?
00:50:12: das versuchen wir immer zur zweit auch dann vor Ort zu klären und dann die nächsten Schritte zu tun.
00:50:19: Ja, vielen Dank für euren Besuch heute hier.
00:50:22: Ich glaube wir konnten eins machen nämlich Mut dass der Weg nach der Klinik machbar ist und wir vielleicht auch eine Lösung dafür haben wenn es einem wirklich schlecht geht und man kann diesen Mut eigentlich nur an die Menschen weiter geben das man sich einfach dann an euch wendet und sagt ich brauche jetzt mal Hilfe und ihr seid wirklich da.
00:50:42: Ihnen als zuhörenden danke ich für Ihre Zeit.
00:50:45: Ich hoffe, dass wir Ihnen wieder tiefere Einblicke und Orientierung zum Thema geben konnten.
00:50:49: Psyche im Quadrat ist eine Gemeinschaftsproduktion der oberbayerischen Selbsthilfe Psychiatrieerfahrer OSPE-EV, der Angehörigen in Oberbayern den Kliniken des Bezirks Oberbayeren und natürlich dem Bezirk Oberbayen.
00:51:03: Weitere Informationen wie immer in unseren Shownotes Feedback und Anregung können Sie uns natürlich auch direkt schicken gerne über die Website aller Beteiligten.
00:51:12: Ich freue mich dann schon auf unsere nächste Produktion, die sich mit einem Sonderthema beschäftigt.
00:51:19: Nämlich mit Kinder- und Jugendpsychiatrie.
00:51:22: Wer hilft mir?
00:51:22: Was ist zu tun, wenn mein Kind psychisch krank ist?
00:51:26: Wie ich finde ein ganz spannendes Thema.
00:51:28: Wir haben vorhin mal kurz geflachst und haben gesagt alle Themen in der Jugendbehandeln brauchen wir nachher im Erwachsenenalter nicht zu behandeln.
00:51:35: Das wird eine spannende Folge.
00:51:37: Bis dahin bleiben Sie hoffentlich alle gesund werden Sie gesund, ihr wünschen eine gute Zeit und ich freue mich auf einen Wiederhörer.
00:51:45: Vielen Dank!
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